Januar 2007

Hauterkrankungen bei Diabetes mellitus
Bei Diabetes erhöhtes Risiko für postoperative Wundinfektionen
Mobiltelefone als Infektionsquelle
Pflege der Altershaut
Neue Produkte
Saphenamed ucv, Kompressionsstrumpfsystem der PAUL HARTMANN AG
BioPatch führt zur Reduktion von Katheterinfektionen

Wohlrab J, Wohlrab D, Meiss, F

Hauterkrankungen bei Diabetes mellitus

JDDG, 1/2007: 37-52

Dermatologische Symptome und Erkrankungen werden bei bis zu 70 % aller Diabetiker beobachtet. Es sind zwar keine Diabetes spezifischen Dermatosen bekannt, gleichwohl gibt es Dermatosen, die überhäufig beim Diabetiker beobachtet werden.
Ca. 20-40 % aller Diabetiker berichten über Juckreizzustände. Dabei kann dem Symptom Juckreiz kein einheitliches pathophysiolgisches Entstehungsmuster zugrunde gelegt werden.
Die Vitiligo (Pigmentationsstörung) wird als eine dermatologische Markererkrankung für den Diabetes mellitus angesehen. Sie wird bis zu 10-mal häufiger bei Diabetikern als in der Normalpopulation beobachtet. Besonders häufig sind Frauen mit Typ 2 Diabetes betroffen.
Nagelveränderungen sind bei Diabetikern sehr häufig zu finden. Führend ist die Onychomykose der Zehen- seltener auch der Fingernägel. Weiterhin finden sich häufig schmerzhafte Candida-bedingte oder staphylogene Paronychien.
Insbesondere kutanen Infektionen mit mykotischen (Candida albicans) oder bakteriellen Erregern (Staphylokokken, Streptokokken, Corynebakterien) kommt eine große klinische Bedeutung zu. Die verschiedenen klinischen Facetten einer Candida-Infektion an Haut und Schleimhäuten gelten als dermatologische Markererkrankungen für einen Diabetes mellitus. Häufig sind sie die klinischen Erstsymptome einer diabetischen oder vordiabetischen Stoffwechsellage. Das gehäufte Vorkommen von bakteriellen Infektionen bei Diabetikern wird als weiteres Indiz für ein Defizit der zellulären Immunabwehr gewertet. Im Mittelpunkt stehen grampositive Keime, insbesondere Staphylococcus aureus und -hämolysierende Streptokokken der Gruppe A.
Weiterhin bedingen kutane Komplikationen der diabetischen Angio- und Neuropathie das diabetische Fußsyndrom, welches sich durch Ulzerationen (Malum perforans) sowie eine komplexe neuro-angio-orthopädische Dysfunktion (Charcot-Fuß) bis zur Gangrän entwickeln kann. Das kombinierte Auftreten einer diabetischen Angio- und Neuropathie sowie das Einwirken statischer Druckkräfte, mechanischer Mikrotraumatisierung und Bagatellverletzungen werden als Hauptursache des diabetischen Fußsyndroms angesehen. Durch die diabetische Neuropathie kommt es zu Veränderungen an der Fußarchitektur und durch Hypo- bzw. Anhidrose zur Kallusbildung, die wiederum die Druckverteilung und den Spitzendruck auf einzelne plantare Areale erhöhen. Insbesondere wiederholter Druck während des Laufens gilt unter diesen Umständen als prädisponierender Faktor für die Entstehung von Ulzerationen.
Darüber hinaus werden allergische und unspezifische Reaktionen am Hautorgan durch Antidiabetika beobachtet. Als eine der häufigsten unspezifischen Reaktionen auf Sulfonylharnstoffderivate ist die verminderte Alkoholtoleranz bekannt. Ebenso bedeutsam sind die durch subkutane Injektion von Insulinen hervorgerufene umschriebene Lipoatrophie bzw. Lipohypertrophie. Das Auftreten einer Lipoatrophie kann durch ständiges Wechseln der Injektionsstelle, durch Koapplikation von geringen Dexamethasondosen oder durch Einsatz von Präparaten mit unterschiedlichen galenischen Prinzipien der Insulinfreisetzung reduziert werden.

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Bei Diabetes erhöhtes Risiko für postoperative Wundinfektionen

Quelle: HARTMANN WundForum 4/2006: 8-9

Wundinfektionen nach kleineren chirurgischen Eingriffen können bei den betroffenen Patienten oft zu einer erheblichen Morbidität führen. Welche Risiko­faktoren eine postoperative Infektion begünstigen, hat eine australische Studie untersucht. Die Lokation sowie die Indikation der Operation erhöhen die Wahrschein­lichkeit für eine Wundinfektion. Auch Patienten mit Diabetes mellitus haben ein erhöhtes Risiko.
In ihrer Studie haben Dr. Cläre Heal und ihre Kol­legen von der James Cook Universität in Mackay, Australien, die Infektionsraten bei 857 Patienten unter­sucht, die sich in niedergelassenen Arztpraxen einem kleineren chirurgischen Eingriff unterziehen mussten (Medical Journal of Australia 2006; 185: 255-258). Bei 74 (8,6 %) der operierten Patienten infizierte sich die Wunde nach der Operation.
Dabei ermittelten die Mediziner mehrere Faktoren, die das Risiko für eine Wundinfektion signifikant beeinflussten. Zum einen waren Patienten mit Diabetes mellitus häufiger von einer Infektion betroffen (18,2 % vs. 8,4 %). Zudem zeigten Exzisionen am Unterschen­kel und Fuß häufiger Anzeichen einer postoperativen Infektion. Auch die Indikation für den operativen Ein­griff beeinflusste das Risiko. Patienten, denen Basalzell- und Plattenepithelkarzinome chirurgisch entfernt wurden, zeigten deutlich häufiger Symptome einer Wundinfektion.

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Hardy-Thorsten Panknin

Mobiltelefone als Infektionsquelle

Quelle: Heilberufe 10/2006: 75

Im Rahmen einer Studie wurden 148 Mitarbeiter einer Klinik in Nordirland gebeten, ihr Handy für eine bakteriologische Unter­suchung zur Verfügung zu stellen.
Insgesamt wur­de an 96,2 % der Mobiltelefone eine bakterielle Besiedlung nachgewiesen. 14,3 % der Telefone wiesen Wachstum von Bakterienspezies auf, die nosokomiale Infektionen hervorrufen können. 38,1 % der Telefone zeigten Wachstum von nur einer bakteriellen Spezies, an 38 % waren zwei Spezies nachweisbar, und an 30 % fanden sich drei und mehr Spezies. Signifikante Unterschiede der mikrobiellen Belastung zwischen den Handys von Ärzten und Pflegekräften bestanden nicht.

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Pflege der Altershaut

Coors, E.
Erkrankungen und Alterung der Haut
Der Fuß, Sonderheft 2006 Generation 60 plus: 16-21

Durch die Abnahme der Talgproduktion wird die Haut trocken, rissig und spröde, was zu Juckreiz und Spannungsgefühl führt. Es besteht also ein erhöhter Feuchtigkeits- und Fettbedarf. Daneben kommt es leichter zu kleinen Verlet­zungen, die schlechter abheilen. Um einer Barriereschädigung vorzubeu­gen, sollte schon bei der Reinigung darauf geachtet werden, dass die Haut nicht noch stärker entfettet wird. Die Hautreinigung sollte nicht übertrieben häufig durchgeführt wer­den, außerdem empfehlen sich pH-neutrale Produkte, so genannte sei­fenfreie „Syndets", sowie rückfetten­de Duschgele und -öle. Daneben soll­te eine regelmäßige Rückfettung erfolgen. Dadurch wird die Haut ge­schmeidig gehalten und eine zusätz­liche Barriere aufgebaut, die die Haut vor der Verdunstung des Wassers schützt. Wichtig ist es hierbei, den Fettgehalt des Pflegeproduktes an den Hautzustand und die Jahreszeit anzupassen, denn eine Überfettung führt zu Juckreiz und Ausbildung von Entzündungen.
Bewährt hat sich außerdem die Anwendung von Feuchthaltefaktoren in der Körperpflege. Dies sind Mo­leküle, die sich mit Wasser umgeben und dieses fest binden, so dass es nicht verdampfen kann und die Haut feucht gehalten wird. Der am häu­figsten verwendete Feuchthaltefaktor ist Harnstoff (Urea), meist in einer Konzentration von 5-10 Prozent.
Ein weiteres spezielles Pflegemit­tel ist Dexpanthenol, das die Repara­tur einer gestörten Barriere beschleu­nigt, die Feuchtigkeit der Haut er­höht sowie Rauhigkeit und Rötung der Haut vermindert.

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Den vollständigen Artikel lesen: www.wundheilung.net/News/2007/Corrs.pdf
Der vollständige Text wurde dankenswerter Weise von der Redaktion „Der Fuss“ (C. Maurer Druck und Verlag) zur Verfügung gestellt.

Neue Produkte

Saphenamed® ucv, Kompressionsstrumpfsystem der PAUL HARTMANN AG

Saphenamed® ucv  ist in der Lage, einen konstanten Arbeitsdruck von bis zu 55 mm Hg (cB1-Maß) im UCV-Bereich zu erzielen. Dieser für einen Strumpf hohe Kompressionsdruck wird durch ein zweilagiges System erreicht. Ein weißer Unterstrumpf liefert zunächst einen Druck von 15-20 mm HG am Unterschenkel, ohne den Fuß zu komprimieren. Darüber wird ein hautfarbener Überstrumpf gezogen, der die Zehen frei lässt und am Fußgelenk weitere 23 bis 25 mm Hg Druck erzeugt.

Die doppellagige Konstruktion erleichtert das Anziehen erheblich. Eine spezielle Stricktechnik (Wellenmuster) führt dazu, dass Unter- und Oberstrumpf sich nach dem Anziehen ineinander „verhaken“. Die Elastizität der Einzelkomponenten ist dadurch geringer, Arbeitsdruck und Stiffness höher. Der Druck verteilt sich gleichmäßig über das Bein, eine punktuelle, schmerzhafte Druckkonzentration wird vermieden. Elastische Fasern im Sprunggelenksbereich erhalten zudem die Beweglichkeit des Fußes. Das komplexe Wickeln, wie es ein Bindenverband mit ähnlich hohem Arbeitsdruck erfordert, entfällt.

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BioPatch führt zur Reduktion von Katheterinfektionen

Ein neues Prinzip der antiseptischen Behandlung von Kathetereinstichstellen besteht in der Aufbringung eines mit einem Antiseptikum getränkten Schwammpflasters. Dieses neue Produkt der Firma Johnson & Johnson, gibt über einen Zeitraum von sieben Tagen kontinuierlich das Antiseptikum Chlorhexidin-Glukonat an die Umgebung ab.
Chlorhexidin wirkt in hohen Konzentrationen bakterizid. In einer amerikanischen Untersuchung konnte gezeigt werden, dass die Auflage eine sehr gute antibakterielle Aktivität gegen viele typische Hautkeime und Krankenhauserreger aufweist, zum Beispiel gegen Staphylokokken (einschließlich MRSA), Enterokokken, Pseudomonas aeruginosa und Pilze. In einer in den USA durchgeführten klinischen Studie bewirkte BioPatch eine Reduktion venenkatheterassoziierter Infektionen der Blutbahn um 60,6 % im Vergleich zur Standardbehandlung (p=0.026), lokale Infektionen konnten um 44 % reduziert werden (p<0.0001) (Maki DG, et al.: An evaluation of Biopatch Antimicrobial Dressing compared to routine standard care in prevention of catheter-related bloodstream infection, American Society for Microbiology 2000).

BioPatch wird in drei Größen angeboten (Durchmesser der Auflagen):

  • 1,9 cm (1,5 mm Loch)
  • 2,5 cm (4,0 mm Loch)
  • 2,5 cm (7,0 mm Loch)
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