Januar 2005

Druckulzerationen im Fußbereich
Biofilm und seine potentielle Rolle in der Wundheilung
Die Wahrheit über Silber
 
Industrienachrichten:

Druckulzerationen im Fußbereich
 
Kröger, K.; Mihalyhergy, N.; Stausberg, J.; Niebel, W.:
Druckulzerationen im Fußbereich

Zeitschrift für Wundheilung Nr. 6/2004: 276-280

 

In der vorliegenden Arbeit wurden die Besonderheiten der Patienten mit Druckulzerationen am Fuß untersucht, wobei besonders die Unterschiede im Risikoprofil zwischen Patienten mit sakralem oder pedalem Druckulcus her­ausgearbeitet wurden.

Von April 2003 bis März 2004 wiesen an der Universitätsklinik Essen 700 von 49.904 Patienten Druckulzerationen auf, 136 davon am Fuß. Die Risikofaktoren der Patienten mit einem Druckulkus am Fuß wurden mit denen der Patienten mit Druckulzerationen anderer Lokalisationen verglichen. Zusätzlich wurden die Patienten, die bereits bei Aufnahme einen Druckulkus am Fuß aufwiesen, mit denjenigen, die im Verlauf ein neues Druckulkus am Fuß entwickelten, verglichen. 72 Patienten mit Druckulkus am Fuß wurden apparativ auf eine periphere arterielle Verschlusskrankheit bzw. eine diabetische Polyneuropahtie hin untersucht.

Die Periodenprävalenzrate des Dekubitalulkus am Fuß betrug 0,27 %. Im Vergleich zu Patienten mit Druckulzerationen anderer Lokalisationen war bei Patienten mit einer Druckulzeration im Bereich des Fußes der Anteil derer mit den Risikofaktoren „Reibung" (p = 0,031), „Störung des Druck- (p < 0,001) oder Schmerzempfindens“ (p = 0,013) und „Stoffwechselerkrankungen" (p = 0,002) deutlich höher. Die arterielle Verschlusskrankheit, die bei etwa 18 % der Patienten mit einem Druckulkus am Fuß vorlag, wurde als Risikofaktor unterschätzt, scheint aber für das Auftreten solcher Druckulzera keine besondere Bedeutung zu haben. Bei Patienten, die während des Krankenhausaufenthaltes ein Druckulkus am Fuß entwickelten, war der Risikofaktor „Fixierung" (p = 0,017) deutlich häufiger als bei den Patienten, die bereits bei Aufnahme ein Ulkus hatten. Die Entwicklung eines Druckulkus am Fuß ist in einem Akutkrankenhaus eher selten. Reibung und eine diabetische Stoffwechsellage scheinen als Risikofaktoren, die größte Bedeutung zu haben.

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Biofilm und seine potentielle Rolle in der Wundheilung
 
Steven L. Percival, Philip G. Bowler:
Biofilms and Their Potential Role in Wound Healing
Wounds 16 (7) 2004: 234-240
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Der Begriff Biofilm beschreibt eine Gemeinschaft von Mikroorganismen, die innerhalb einer extrazellulären polymeren Matrix eingeschlossen sind und sich auf einer Grenzfläche ansammeln. Biofilm spielt eine bedeutende Rolle bei einer Vielzahl von Infektionen des Menschen. Wegen der Resistenz dieser Strukturen gegen eine Reihe von antimikrobiellen Substanzen und dem Immunsystem des Menschen ist es schwierig solche Krankheiten wirksam zu behandeln. Biofilm ist an 65 % der nosokomialen Infektionen beteiligt. Es wird geschätzt, dass die Behandlung von Biofilm assoziierten Infektionen in den USA jährlich Kosten in Höhe von über einer Milliarde Dollar verursacht.

Warum stellen mit Biofilm assoziierte Infektionen so ein Problem dar?

  1. Biofilm-Bakterien sind gegen das menschliche Immunsystem weniger anfällig und infolgedessen kann eine Biofilm assoziierte Infektion über einen längeren Zeitraum bestehen (d.h. Entwicklung von einer akuten zu einer chronischen Infektion).
  2. Biofilme zeigen eine angeborenen Resistenz gegenüber antimikrobiellen Substanzen und schützen so eingeschlossene Bakterien.
  3. Biofilme erhöhen die Möglichkeit eines Gentransfers innerhalb und zwischen unterschiedlichen Bakterien.

Ursachen der Antibiotikaresistenz von Biofilm

  1. Verringerte Penetration eines Antibiotikums in die Biofilm-Matrix.
  2. Reduzierte Wachstumsrate der Bakterien im Biofilm, die sie weniger anfällig für Antibiotika macht (sie verändern ihre physiologische Aktivität vom planktonischen zum anhaftenden Stadium im Biofilm).
  3. Das veränderte Mikromilieu innerhalb des Biofilms (z.B. pH-Wert, Sauerstoffgehalt) reduziert die Aktivität von antimikrobiellen Substanzen.
  4. Veränderte Genexpression.
  5. Quorum sensing (Kommunikation der Bakterien untereinander).
  6. Spezifische Biofilm Phänotypen.

Die potentielle Bedeutung von Biofilm innerhalb von Wunden

Die Autoren vertreten die Hypothese, dass Wunden in der Lage sind, die Entwicklung bakteriellen Biofilms zu unterstützen, obwohl es dafür gegenwärtig nur sehr wenige klinische Beweise gibt. Wunden besitzen viele von den Merkmalen, die auf eine Existenz von Biofilm hinweisen. Es werden Untersuchungen beschrieben, die nachweisen, dass Biofilm sich in Wunden bildet und einen signifikanten Einfluss auf die Inflammation, Infektion und Heilung hat.
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Die Wahrheit über Silber
 
Ovington, Liza G.:
The Truth about Silver
Ostomy Wound Management Sep 2004, Vol. 50, Issue 9A (Suppl): 1S-10S
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Das Interesse an Silber für die Wundheilung erlebt gegenwärtig eine Renaissance. Für eine klinische Nutzung von Silber ist es wichtig, grundlegende Informationen hinsichtlich der chemischen Eigenschaften und der möglichen Wirksamkeit in der Wunde zu erhalten. In diesem Artikel wird auf die Fragestellung eingegangen, in wie weit monofaktorielle in vitro Daten Schlussfolgerungen für die klinische Praxis zulassen, obwohl Bakterien in einer dreidimensionalen Struktur leben.

  1. Gibt es verschiedene Formen von Silber?
  2. Ergibt eine größere Menge an Silber einen verbesserten klinischen Nutzen?
  3. Wird durch eine schnellere Freisetzung von Silberkationen in einer Wundauflage die klinische Wirksamkeit erhöht?
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URGO mit erweiterter Lipidokolloidpalette

Cellosorb Non Adhesive und Cellosorb Adhesive

Exsudation und Wundheilung im Griff - dafür sorgen die neuen Wundverbände Cellosorb Non Adhesive und Cellosorb Adhesive. Beide bieten eine sehr gute Aufnahme des Wundsekrets, Schutz der Wundumgebung sowie einen atraumatischen Verbandwechsel bei einer Tragedauer von bis zu 4 Tagen. Damit lassen sich nässende Wunden adäquat versorgen, egal, ob es sich um chronische oder akute Wunden handelt. Beide ausgesprochen einfach anzuwendende Verbände bestehen aus einer luftdurchlässigen, superabsorbierenden Schaum­stoffkompresse zur vertikalen Absorption des Exsudats. In direktem Kontakt mit der Wunde sorgt die hochmoderne Lipidokolloid-Matrix (TLC) für hervorragende Verträglichkeit und optimalen Schutz. Das zuschneidbare Cellosorb Non Adhesive bietet sich bevorzugt für Wunden mit eher empfindlicher Umgebungshaut an, wie man sie z. B. bei zahlreichen Unterschenkelgeschwüren vorfindet. Cellosorb Adhesive hingegen ist mit seinem hypoallergenen, 2 cm breiten Haftrand besonders geeignet, wenn es sich um eine normale Wundumgebung handelt.